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Deutsche Hacker sagen Wahlsoftware als Sicherheitsabschreibung

Der Chaos Computer Club, Europas größtes Hacker-Kollektiv, sagte, dem System zum Zählen und Übertragen von Abstimmungsergebnissen fehle eine angemessene Verschlüsselung und andere Sicherheitstools und bezeichnete es als „Abschreibung“.

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Deutsche IT-Sicherheitsexperten sagten heute, sie hätten gravierende Mängel in der Wahlsoftware für die Wahlen vom 24. September gefunden, bei denen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine vierte Amtszeit anstrebt. Der Chaos Computer Club, Europas größtes Hackerkollektiv, sagte, dem System zum Zählen und Übertragen von Abstimmungsergebnissen fehle eine angemessene Verschlüsselung und andere Sicherheitstools und bezeichnete es als Abschreibung.

Die privat entwickelte Software PC-Wahl (PC Election), die seit Jahren in mehreren der 16 Bundesländer verwendet wird, hätte niemals verwendet werden dürfen, sagte ein CCC-Sprecher Linus Neumann. Die Zahl der möglichen Angriffsziele und die Schwere der Schwachstellen übertrafen unsere schlimmsten Befürchtungen, sagte er in einem Kommentar, der erstmals von der Wochenzeitung Die Zeit veröffentlicht wurde.

Der Bericht hebt die Befürchtungen über Cyberangriffe vor und während der Wahlen in Deutschland hervor, bei denen die PCs von Gesetzgebern bei einem Angriff im Jahr 2015, der von Sicherheitsdiensten auf Russland geheftet wurde, lahmgelegt wurden. Der CCC warnte vor einer möglichen Fernmanipulation des Bundestagswahlergebnisses, da die Software nicht einmal die Grundprinzipien der IT-Sicherheit erfülle.



CCC-Hacker haben in der Vergangenheit in hochkarätigen Fällen IT-Sicherheitsmängel aufgezeigt, und ihre Mitglieder geben häufig Sachverständigengutachten in deutschen Parlamentsanhörungen und Gerichtsverfahren ab. Doch der Entwickler der Software, Volker Berninger, wies die Kritik zurück und sagte der Zeit, im schlimmsten Fall würde jemand für Verwirrung sorgen.

Einige falsche Ergebnisse würden im Internet veröffentlicht, aber die richtigen würden noch auf dem Papier existieren. Dies würde Ärger und Verwirrung verursachen, hätte aber keine Bedeutung. Der CCC sagte jedoch, dass jeder Online-Angriff das Potenzial habe, das Vertrauen in den demokratischen Prozess dauerhaft zu untergraben.

Dies sei einfach nicht das richtige Jahrtausend, um bei Wahlen bei der IT-Sicherheit die Augen zu verschließen, sagte Neumann.